Chronologische Daten zur Entwicklung des Dorfes Bützer

 


zusammengestellt von Andreas Krüger, Stand 20.07.2007

 

um 1250  Die Kirche von Bützer wird gebaut.

1368 erste Erwähnung des Dorfes Bützer

1380-1397  die von Randow haben einen Adelssitz in Bützer.

1397/99  Heinemann von Randow hat Lehen zu Bützer, Legenbünsche, Redekin, Bellin, Langhusen, Großwulkow; bekennt sich (mit seinem Bruder Richard 1403) mit seinem Besitz in Welzleben zu Magdeburg
Quelle: Olof von Randow, Stammtafeln der Familie von Randow, Hamburg 1995

1497  Heinrich von Treßkow Herr auf Bützer, Kanoniker zu Magdeburg
Quelle: Staatsarchiv Magdeburg1999, Findbuch der Akten des Reichskammergerichtsakten im Landesarchiv Magdeburg

1562  erste Erwähnung der Kirche zu Bützer als Fiale zu Vieritz unter dem gutsherrschaftlichen Patronat von Katte

1573  starb Joachim von Treskow u.a. Rittergutsbesitzer in Bützer.

1575  Hans von Treskow Rittergutsbesitzer in Bützer (Sohn des Vorgängers)

1592  Christoph von Treskow Rittergutsbesitzer u.a. stirbt in Bützer (Bruder des Vorgängers)

1618  Beginn des 30-jährigen Krieges

1619  Heinrich von Treskow ist Rittergutsbesitzer in Bützer.

1630  Pest in Milow

1631  den 22.08. zog ein starker Heereshaufen von Havelberg-Rathenow-Premnitz über die Havel nach Milow und von dort nach Hohenziatz.

1632  Schweden brennen Schmetzdorf nieder.

1638  Durchzug feindlicher Heere

1648  Ende des Dreißigjährigen Krieges

1650  In Bützer sind infolge des dreißigjährigen Krieges von 10 Höfen nur noch fünf bewohnt.

1670 Arndt Heinrich von Treskow auf Schlagenthin erwirbt u.a. Anteile an Bützer von seinem Vetter Hans Christoh Heinrich von Treskow

ab 1670  Pfarrer in Vieritz und Bützer Jacobus Mauritius, dieser wird auf dem Weg von Bützer nach Milow überfallen, schlägt den Täter am Popenstieg in die Flucht.

1675  Bützer geht vom Besitz der Milowerschen Treskow-Linie in den Besitz der Schlagenthiner Linie über, am 18.10.1675 verkauft Hans Otto von Treskow sein Gut Bützer mit den Anteilen an Milow und Premnitz an seinen Vetter erb- und eigentümlich für 18000 Thaler.

1675  am 15.06. sämtliche Fischer der Dörfer links der Havel Böhne, Bützer, Milow mit ihren Kähnen bringen die brandenburgischen Truppen zur Erstürmung von Rathenow über die Havel.

1687 Beginn der Aufzeichnungen im Kirchenbuch Vieritz und der Fiale Bützer

1720  Schulmeister Zacharias Böttcher im Kirchenbuch Bützer genannt

1730 02.03. Joachim Liborius, ein Sohn von Wiebrecht Christian schließt mit dem auf dem Hof in Milow wohnenden Otto Melchior, dem Enkel des Arndt Heinrich, einen Tauschvertrag ab. Danach erhält Joachim Liborius Bützer, während der kleine von Milow in Otto Melchiors Eigentum übergeht. Noch vor der Übersiedlung nach Bützer stirbt Joachim Liborius als Letzter der alten Milower Linie und wird am 13. März 1730 beigesetzt. Sein einziger Sohn stirbt unvermählt in Bützer. Der Bützersche Besitz kommt im Laufe der Jahre durch kinderloses Versterben der Eigentümer in die Hände verschiedener Treskows, bis er 1824 an die dortige Gemeinde verkauft wird.

1769  im Kirchenbuch ist Bützer mit 182 Einwohnern angegeben.

1792  im Kirchenbuch ist Bützer mit 211 Einwohnern angegeben.

1795  am 2. August ertranken bei der Überfahrt über die Stremme von Bützer nach Milow 5 Personen.

1805  in der Aufzählung der Hausbesitzer von Bützer ist das Schulhaus, sowie das Kuh-, Pferde- und Schafhirtenhaus genannt.

1814  Nachweisung der eingegangenen Kollektengelder und anderer freiwilliger Beiträge für Invalide, Witwen undn Waisen gebliebener Krieger... 32) durch dem Prediger Richter in Vieritz zum Siegesfeste zu Vieritz inkl. 5 rtl Gold; 8 rtl 8 gr 7 pf; von einem Hochzeitsmahle daselbst; 1 rtl 10 gr 10 pf; aus Bützer 3 rtl 7 pf; zusammen 5 rtl 15 gr K.; 6rtl 6 gr M;...

1812  Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen: "Das im Stift Magdeburg 1 1/2 Meile von Rathenow, an der Havel belegende Rittergut Bützer, soll mit der dazu ghörigen Ziegelei auf 6 Jahre von Johannes d.J an, öffentlichmeistbietend verpachtet werden, und ist dazu ein Termin von den unterschreibenden Commissario, auf dem 14. April d.J. vormittags um 11 Uhr, zu Bützer angesetzt. Diejenigen welche dieses Gut pachten wollen, haben daher in den anberaumten Termin einzufinden, und können die Verpachtungsbedingungen entweder bei dem Commissario nachgesehen, oder auf Verlangen abschriftlich mitgeteilt werden. Rathenow den 23. März 1812 Naumann, Hoffiskal"


1820  Der Regierungsbezirk Magdeburg, Geografisches und statistisches und ... Karl von Seydlitz: II Jerichower Kreis; adliges Kirchdorf mit einem Rittergute, den von Treßkow daselbst gehörig; liegt an der Havel; eine Meile südlich von Rathenow, 2 1/2 Meile östlich von Jerichow; 1/4 Meile südlich von Böhne; 39 Wohnh.; 220 Einwohner (inklus. Des Wohnhauses und der Einwohner der Ziegeleien); 1 Kirche (gutsherrl. Patronat; Fial von Vieritz; 2 Ziegeleien  außerhalb des Orts; 1 Windmühle; 615 Morgen Acker; 515 Morgen wiesen und einige Holzungen (mit Einschluß der gutsherrschaftlichen Grundstücke)

1824  Die Vorbesitzer der in diesem Kontrakt genannten Besitzer haben das Rittergut Bützer am 19. März 1824 beim Oberlandgericht zu Magdeburg für das Meistgebot von 48000 Thalern in Gold eigentümlich zugeschlagen. Der Besitztitel wurde am 11. April 1826 eingetragen. Das für den Kauf nötige Geld von Anteilig 26000 Thalern borgten sich die Erwerber von dem Kaufmann und Bürgermeister von Magdeburg Coqui.

1830  brannten 14 Häuser ab. Quelle: Dr. Eugen Huhn, "Lexikon von Deutschland", Wildburghausen 1847

1835  Bützer hat 249 Einwohner.

1842  Das alte Herrenhaus wurde abgerissen und das Material zum Bau des Kirchturmes verwendet.

1847 Bützer hat 274 Einwohner.

1848  Bützer Kirchdorf an der Havel mit 48 Häusern, 272 Einwohnern, Windmühle und 3 Ziegeleien; Quelle: Das Königliche Preußen geographisch, statistisch und topographisch von Eugen H. Th. Huhn 1848

1854 Quelle: Handbuch der Provinz Sachsen, 2. Der Jerichowsche Kreis ... Seite 122, Nr. 13 Bützer 352 Einwohner, Fiale von Vieritz, Jaensch Lehrer und Kantor- Ziem Ortsvorsteher

1856 Verteilung des Restgeldes vom Verkauf des Ritterguts Bützer an die Treskow in Deutsche Allgemeine Zeitung. Red. von Bülau und anderen: Vorladung Verschollener und Unbekannter Interessenten eines Geldlehens .... Früheren Lehnsrittergutes Bützer nach Berichtigung der Lehnschulzen verbliebener Kaufgelderüberschuß im gegenwärtigen Betrage von 167 Thaler 15 Silbergroschen in Goldund 10765 Thaler 24 Silbergroschen Courant als ein von Treskowsches Geldlehen von dem königlichen Appeflationsgerichte zu Magdeburg verwaltet wird, soll nach dem zwischen dem zeitigen Lehnsbesitzer Robert Carl Alexander von Treskow auf Schloß Teupitz und dessen ... (Söhne und 33 Verwandte von Treskow)

Um 1868 ist der Friedhof vom Gelände um die Kirche an die heutige Stelle in der Dorfmitte verlegt worden.

1857  Die Dachziegel- und Verblendstein-Fabrik F. Witte und Co. wird gegründet.

1863  Der Lehrer Saeger ist zum Cantor und Lehrer in Bützer, Diöces Sandau ernannt worden. Quelle: Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg; Seite 238

1870/71  Bützersche Bürger befinden sich im Deutsch-Französischen Krieg (z.B. Karl Lietze, Carl Peters)

1884  Bützer hat 460 Einwohner.

1890  Bützer hat 611 Einwohner.

1895  Die Gemeinde Bützer hat eine Gesamtfläche von 677,7 ha und 631 Einwohner.

1899  Das alte Schulhaus wird abgerissen und eine neue Schule gebaut. Heute Havelstraße 21 und damals noch einstöckig.

1905  Ein Blitz fährt in die Kirchenspitze und schlägt in die Orgel ein. "Gottlob ohne zu Zünden" Quelle: Kirchliches Rechnungsbuch Bützer

1910 Die Kirche wird renoviert.

1912 Bützer hat 559 Einwohner, die meisten Ziegeleien hatten ihren Betrieb eingestellt, so auch am Kitz Witte und Horn 1913.

1914  Der erste Weltkrieg bricht aus, Beginn des Straßenausbaus um Bützer

1918  Der Böhner Pfarrer schreibt: "... sondern auch die große in den neunziger Jahren von den Glockengießer Collies gelieferte, herrlich tönende Glocke musste in den Feldzug. Schwer wurde es der Gemeinde ihren Liebling aufzugeben, aber alles Zaudern hilft nichts. Im Herbste 1918 ging sie mit sieben Schwestern in die Schmelze, ohne indes das große Unglück aufzuhalten, dass im November über unser Volk herein brach."

1918  Der Krieg ist zu Ende. Viele Männer sind gefallen, invalide und sitzen in Kriegsgefangenschaft. (z.B. war Gustav Peters in Russland lange Zeit in Kriegsgefangenschaft)

1924  Die Feuerwehr Bützer wird gegründet.

1924 Sonntag Lätare - 30 März 1924 - Die Glockenweihe der neuen Gussstahlglocke hergestellt vom Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahl Fabrikationen. Kosten über 32200 Mark.

1928  Die Schule wird aufgestockt und ein neues Klassenzimmer und Wohnraum für die Lehrer entsteht.

1933  Der Genthiner Landrat Zacher beurlaubt mit sofortiger Wirkung den Gemeindevorsteher Hermann und ernennt zum Kommissarischen Amts- und Gemeindevorsteher, bis auf weiteres und unter Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs, den Etuiarbeiter Albert Wittstock in Bützer.

1935  Robert Giese baut die alte Windmühle an der Havel zu einer Motormühle um. Er liefert Brot bis nach Berlin.

1940 Gründung des Segelflugplatzes Bützer-Vieritz durch die Arado Flugzeugwerke Gmbh in Potsdam.

1942  bewirtschaftete Aradoo einen Segelflugplatz mit einer Fläche von 96,2496 ha.

1945  Pfarrer Büchtemann rettete die Kirchenutensilien vor russischen Raub.

1945  Ende des 2. Weltkrieges; über 60 Einwohner von Bützer sind tot

1946  Die Flächen des Arado Flugplatzes werden im Zuge der Bodenreform an Einwohner vergeben. Beginn der Aufforstung schlechterer Sandflächen.

1949  Durch die vielen Flüchtlinge hat Bützer 970 Einwohner. Viele der Vertriebenen kamen aus der Gegend um Breslau.

1950  Baubeginn in der Neuen Straße

1950  Die Gemeinde Bützer wird Ortsteil der Gemeinde Milow

1953  Die Gartenstraße erhält Randbord und wird mit einer Schotterschicht versehen.

1957  Bützer ist wieder ein eigenständiger Ort, der Bürgermeister ist Herr Majunke.

1963  Motocross auf dem Bützer Berg

1969  Großbrand in der Ziegelei Witte

1973  Die Schweinemastanlage Bützer wird gebaut.

1973  Der große Sturm lässt die Spitze des großen Ziegeleischornsteins herunter krachen.

1989  Die Wende - Einwohner von Bützer demonstrieren in Rathenow

1990  Der Beitritt zur Bundesrepublik wird gefeiert, Bützer hat 579 Einwohner.

1999  Der Kiefernweg wird befestigt.

2000  Die Gartenstraße wird befestigt. In der Kirche wird eine neue Uhr eingebaut. Die Kirche befindet sich innen in einen schlechten Zustand. Für die Kriegsopfer des 2. Weltkrieges wird eine Gedenktafel eingeweiht.

2001 Die Waldstraße erhält einen Überzug und Beleuchtung, Thälmannstraße von der Eiche bis Marks erhält einen Gehweg und Beleuchtung.

2002  Baubeginn der alten Rathenower Straße, die Ziegelstraße erhält eine neue Beleuchtung.

2002  Bützer bleibt von der großen Elbeflut im August relativ verschont. Die Wiesen stehen unter Wasser, die Stremme führt Öl und anderen Dreck mit sich, ein Fischesterben war festzustellen.

2003  Das Jahr der großen Trockenheit. Die alte Rathenower-, Havel- und Waldstraße werden fertig ausgebaut.

2004  Bützer wird Ortsteil der neuen Gemeinde Milower Land

2005  Die Rathenower Straße Hauptstraße bekommt einen neuen Belag von der Stremme Brücke bis zur Kreuzung nach Vieritz und Böhne, Bützer hat 633 Einwohner

2006  Die Kreuzung nach Vieritz und Bühne wird ausgebaut

2007  Die Kirche ist noch immer in einem beklagenswerten Zustand. Die Kirchengemeinde hat ein Sanierungskonzept in Auftrag gegeben. Danach muss als erste Maßnahme das Gewölbe des Chorraums abgestützt werden. Das Gewölbe droht einzustürzen und die alte Deckenmalerei wäre zerstört. Die Durchführung der wichtigsten Baumaßnahmen an der Kirche solln ca 200000 Euro kosten.

2009  Die Stremme Brücke nach Milow wird abgerissen und neu aufgebaut.

2013  Der Havelradweg über den Uferweg Bützer wird gebaut.